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Wie mutig ist der Mensch? „Lesen für die Demokratie“ – Autor:innenlesung mit Fridolin Schley gemeinsam mit Simone Trieder Begegnungen zwischen Ost und West – Von Widerstand und Opportunismus im Nationalsozialismus Ein Abend des VS Bayern und VS Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit der Therese Literaturgesellschaft mit Unterstützung des bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst

Da sind heimlichen Briefkontakte einer 16-jährigen mit jungen Frauen aus Polen im Gefängnis Moabit, die aufgrund ihres Widerstands vom Reichskriegsgericht verurteilt wurden und vier Jahre

später der junge Anwalt Richard von Weizsäcker, der seinen Vater mit verteidigt, welcher wegen Kriegsverbrechen angeklagt ist.
An diesem Abend erzählen Simone Trieder, Schriftstellerin und Journalistin aus Sachsen-Anhalt und Fridolin Schley, Schriftsteller aus Bayern in ihren Büchern von jungen Menschen, die Widerstand und Opportunismus begegnen. In beiden Werken tritt immer die Frage auf, wie mutig wir Menschen sind, wie sehr wir uns gegen Unrecht wehren, wie viel wir von ihrer Existenz aufs Spiel setzen.
Aber es stellt sich auch die Frage, wie Widerstand in welcher gesellschaftlichen Situation beurteilt wird, wie sich Widerstands-Narrative entwickeln.



Simone Trieder beschreibt in ihrem Werk „Zelle Nr. 18“ eine Geschichte von Mut und Freundschaft.

Im Spätsommer 1943 warten in der Zelle 18 der Haftanstalt Berlin-Moabit die drei Polinnen Krystyna Wituska (23), Maria Kacprzyk (21) und Lena Dobrzycka (21) auf die Vollstreckung ihrer

Strafe. Vom Reichskriegsgericht wegen Spionage verurteilt, droht ihnen der Abtransport in ein Straflager oder die Hinrichtung. Die 16-jährige Helga Grimpe beginnt mit Hilfe ihrer Mutter, die

zwangsverpflichtet in Moabit als Wärterin arbeitet, einen heimlichen sehr persönlichen Briefkontakt zu den drei jungen Frauen.


Die Autorin ist in Quedlinburg geboren, studierte Sonderpädagogik in Rostock und arbeitete als Regieassistentin in Zwickau, Karl-Marx-Stadt und Halle. Seit 1992 ist sie freiberufliche Autorin:

Theaterstücke, Erzählungen, Biografien, Romane. Sie arbeitet für den Funk, Essays und Features. Zuletzt 2020 für den MDR: "Der Holocaust von Gardelegen“. Sie wurde mit vielen Stipendien

ausgezeichnet. 2021 für den Deutsch-Polnischen Journalistenpreis nominiert. Die Akademie für gesprochenes Wort Stuttgart verlieh ihr 2021 einen Hauptpreis.



Fridolin Schley hingegen führt uns in seinem Buch „Die Verteidigung“ in die Zeit der Nürnberger Prozesse: Einer der Angeklagten ist Ernst von Weizsäcker, SS-Brigadeführer und Spitzendiplomat

unter Ribbentrop. Zu seinen Verteidigern zählt auch sein Sohn Richard, der vier Jahrzehnte später als Bundespräsident in seiner Rede vom 8. Mai über Kriegsschuld und die Befreiung Deutschlands

vom Nazi-Gräuel sprechen wird. Eine historische Konstellation, die man kaum erfinden könnte: Hier stoßen – verkörpert in Vater und Sohn – das alte, schuldbeladene Deutschland und die gerade

entstehende Bundesrepublik aufeinander. Mit literarischem Gespür nähert sich Fridolin Schley den historischen Figuren und umkreist dabei die grundlegenden Fragen nach Gut und Böse, Schuld und

Unschuld, emotionaler und moralischer Verpflichtung.


Er ist 1976 in München geboren, debütierte 2001 mit dem Roman „Verloren, mein Vater“. Es folgten Veröffentlichungen in den Bereichen Prosa, Essay und Literaturwissenschaft. Zu seinen

Auszeichnungen zählt der Tukan-Preis für den Erzählband „Wildes schönes Tier“. Zuletzt erschien die von der Kritik hochgelobte Novelle „Die Ungesichter“.



Moderation: Arwed Vogel, Landesvorsitzender des VS Bayern

Arwed Vogel wurde 1965 geboren und wuchs im Umland von München auf. Er studierte Kulturwissenschaften in München und London und ist seit 1985 als Dozent für Literatur und

Kreatives Schreiben tätig. Er unterrichtet an der Ludwig-Maximilians-Universität und in der Erwachsenenbildung.

2003 erschien sein erster Roman „Die Haut der Steine“. Er erhielt diverse Auszeichnungen für sein literarisches Schaffen.



Seit mehreren Jahren tauschen sich Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Landesverbände Bayern und Sachsen-Anhalt innerhalb des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller

(VS) auf Lesungen und Begegnungsreisen aus, um das Verständnis zwischen Menschen in Ost und West zu fördern.


Wir haben diese Veranstaltungsreihe exklusiv zu uns nach Lindau eingeladen.


Die Lesung findet im Rahmen der bayernweiten Lesereihe „Lesen für die Demokratie...“ statt und wird vom Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.

Ein Abend des VS Bayern und VS Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit der Therese Literaturgesellschaft mit Unterstützung des bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und

Kunst in der Reihe „Lesen für die Demokratie… - Begegnungen zwischen Ost und West“



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Status: Keine Anmeldung möglich

Kursnr.: 222V002

Beginn: Mo., 21.11.2022, 19:30 - 21:00 Uhr

Dauer: 1

Kursort: Altes Rathaus, Großer Saal

Gebühr: 5,00 €; ermäßigt: 3,50 €


Datum
21.11.2022
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Bismarckplatz 4, Altes Rathaus, Großer Saal



Info:

Zu diesem Kurs ist derzeit keine Online-Anmeldung möglich

Info beachten


Volkshochschule Lindau (Bodensee)

Uferweg 7 | 88131 Lindau (B)
Tel: 08382 27748-0
Fax: 08382 27748-29 
E-Mail: vhs@lindau.de